Worauf es bei Winterreifen ankommt

Höchste Zeit zum Wechseln

Worauf es bei Winterreifen ankommt

Die kalte Jahreszeit ist da - Es ist höchste Zeit zum Reifenwechsel.

Die vergangenen Tage brachten einen Temperatursturz und in höheren Lagen vereinzelt bereits winterliche Verhältnisse. Für die nächsten Tage prophezeien die Meteorologen erneut kühle Temperaturen und Niederschläge. Der Herbst ist also endgültig da und man muss jederzeit mit ersten Schneefällen rechnen. "Die situative Winterausrüstungspflicht gilt zwar erst ab 1. November, dennoch sollte man schon jetzt daran denken, das Auto 'winterfit' zu machen", so der ÖAMTC. "Denn Sommerreifen können nicht nur auf Schneefahrbahn zu Problemen führen – ihre Eigenschaften sind ganz generell auf wärmere Temperaturen ausgelegt."

Spezielle Gummimischung

Kommen Sommerreifen, wenn es sehr kalt ist, zum Einsatz, lässt der Griff deutlich nach. Die Folgen: Verlängerung des Bremsweges auf nasser und glatter Fahrbahn sowie schlechtere Seitenführung in Kurven. Auf Schneefahrbahn kann der Bremsweg mit Sommerreifen sogar doppelt so lang sein wie mit Winterreifen. Bei Winterreifen ist die Gummimischung hingegen speziell auf die kalte Jahreszeit ausgerichtet.

Profiltiefe, Alter und Reifendruckkontrolle

Vor dem Umstecken muss die Funktionstüchtigkeit der Winterreifen überprüft werden. Die Profiltiefe muss die ganze Saison über mindestens vier Millimeter betragen. Wenn Risse oder andere Schäden zu erkennen sind, ist es Zeit für einen Reifenneukauf. Zudem sollten die Reifen maximal fünf bis sechs Jahre alt sein – je jünger desto besser. Wie alt der eigene Reifen ist, sieht man anhand der DOT-Nummer an der Reifenflanke. Steht hier DOT 4215, dann wurde der Reifen in der 42. Woche des Jahres 2015 produziert. Hat das Fahrzeug Reifen mit direkt messenden Reifendrucksensoren, die in den Felgen verbaut sind, sollte man darauf achten, dass auch die Felgen der Winterreifen über entsprechende Sensoren verfügen.

>>>Nachlesen:  Winterreifentest 2020/2021: Die Tops und Flops

Selbst umstecken

Wer nun plant, die Räder in Eigenregie zu wechseln, sollte einige Punkte beachten. "Räder selbst wechseln sollte nur, wer darin Übung hat. Fehler können nämlich teuer zu stehen kommen", warnt der ÖAMTC. Alte Sommerreifen müssen jedenfalls auf Schäden und Profiltiefe geprüft werden. Zudem ist es wichtig, dass die Reifen über den richtigen Luftdruck verfügen. Diese Vorgaben findet man direkt im Auto (je nach Modell an Tankdeckel, B-Säule, etc.). Schrauben müssen außerdem immer richtig festgezogen werden - dafür wird ein Drehmomentschlüssel benötigt. Bei vielen Reifenmodellen ist die Laufrichtung vorgegeben, sie müssen daher wieder an der gleichen Fahrzeugseite montiert werden. Wer weniger abgefahrene Reifen mit stärker abgenützten tauschen will, sollte dies nur tun, wenn der Unterschied in der Profiltiefe nicht all zu groß ist. "Andernfalls gehören deutlich bessere Reifen an die Hinterachse. Sonst besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug in kritischen Situationen ins Schleudern gerät", erklärt der Autofahrerclub. Fachwissen erfordert der Räderwechsel bei Autos mit Reifendruckkontrollsystem. Das sollte man in Eigenregie nur machen, wenn man sich mit einer etwaig notwendigen Neukalibrierung des Systems auskennt. Bei manchen Herstellern ist dafür Spezialequipment notwendig. Dann muss man ohnehin die Fahrt in die Werkstätte antreten.

Termin vereinbaren und Tests ansehen

Steckt man nicht selbst um, sollte man im Übrigen so bald wie möglich einen Termin ausmachen. Erfahrungsgemäß sind die Werkstätten im Herbst schnell ausgebucht, was das Reifenwechseln betrifft. Für all jene, die sich in diesem Jahr neue Winterreifen kaufen müssen bzw. wollen, bieten die  Reifentests der großen Autofahrerclubs  eine gute Orientierung.

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