Wäre für Fahrer viel besser

E-Autos: Wien Energie plant kWh-Tarife

Abkehr von Zeittarifen würde die Preise deutlich transparenter machen.

Während die Verkaufszahlen von Autos mit Verbrennungsmotoren in den ersten drei Monaten eingebrochen sind, konnten Elektroautos um fast 60 Prozent (!) zulegen. Das Tesla  Model 3 schaffte es im März sogar auf Platz 5 der Gesamtzulassungen . Kein Wunder, dass die Wien Energie an ihren  ehrgeizigen Ausbauplänen für Strom-Ladestellen  für E-Fahzeuge festhält. In Zukunft möchte der Energieversorger dabei aber Kilowattstunden-Tarife anwenden können. Derzeit sieht sie sich zu Zeittarifen gezwungen, hofft aber auf eine behördliche Lösung, sagte Wien-Energie-Geschäftsführer Michael Strebl vor Journalisten. Außerdem wünscht man sich rechtliche Erleichterungen für Ladestellen in Wohnhäusern.

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Per 1. Mai stellt die Wien Energie ihr Stromtarifsystem fürs E-Auto-Aufladen um - von einem bisher nach Ladedauer und kWh-Menge gewichteten Tarif auf einen zeitorientierten. Die zeitabhängige Variante sei "nicht kundenfreundlich" und eigentlich "falsch", doch sei man dazu durch rechtliche Hürden rund ums Mess- und Eichgesetz gezwungen, so Strebl.

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Stationen fehlt die nötige Anzeige

Knackpunkt ist, dass die Ladestationen keine Informationen über die getankte Strommenge liefern können, zumindest nicht die in Österreich zugelassenen Systeme. Eine solche Anzeige, ähnlich der beim Sprit-Tanken, wäre aber eichrechtlich erforderlich. Laut Umfrage wünschen sich mehr als zwei Drittel der Kunden einen kWh-basierten Preis, nur eine kleine Minderheit andere Formen. Eine einfache Lösung wäre es, den Kunden die Information über ihre getankte Strommenge über die "Tanke"-App aufs Handy zu liefern.

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Auch Mietrecht & Co. bremsen Ausbau

Weitere Hemmnisse für einen rascheren Ausbau der Ladeinfrastruktur speziell im städtischen Wohnbereich ortet man im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) und im Mietrecht. Laut WEG ist etwa die Zustimmung sämtlicher Eigentümer bei "größeren Änderungen" im Haus nötig. Wolle jemand etwa im Wohnpark Alt-Erlaa auf seinem privaten Parkplatz eine private Ladestation einbauen, "bräuchte er 3.200 Unterschriften". Und da dürfe keine einzige fehlen - sei ein Eigentümer nicht greifbar, gelte das als Ablehnung. Deshalb sollten die §§ 16 und 28 WEG - für die Aufnahme in den Katalog "privilegierter Maßnahmen" einerseits und Ladeinfrastruktur als Sache einer "ordentlichen Verwaltung" des Hauses andererseits - angepasst werden.

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Über 1.000 E-Ladestationen errichtet

Bisher hat die Wien Energie im Großraum Wien schon knapp über 1.000 E-Ladestationen geschaffen, davon gut 250 im öffentlichen Raum, den Rest im halböffentlichen Bereich, wo ebenfalls jeder laden kann, auch wenn der Grund nicht öffentlich ist (etwa bei ÖBB, Post, Handelsketten). 2019 sollen in Wien und dem Umland 400 öffentliche und 150 halböffentliche Ladestellen dazukommen, sodass die Zahl der öffentlichen Lademöglichkeiten bis Jahresende auf 650 wächst. Die ersten 230 öffentlichen Ladestellen - zehn pro Bezirk - musste die Wien Energie bis Mitte 2018 auf Veranlassung der Stadt Wien errichten. Jede Ladesäule weist zwei Ladestellen (Ladepunkte) auf.

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Österreichweite Infrastruktur für "Tanke"-Kunden

Binnen einer Viertel Stunde nach Ende des Ladevorgangs muss der Parkplatz an der Ladesäule wieder verlassen werden, ausgenommen zwischen 22 und 8 Uhr; die Kontrolle obliegt den Organen der Parkraumüberwachung. Außerhalb Wiens können "Tanke"-Kunden bei Stationen anderer Landesversorger Strom tanken, außer bei der Tiroler Tiwag. Das Ladenetz Smatrics sei noch nicht dabei, hieß es auf mehrere Fragen dazu; es gebe hier Gespräche zu vielfältigen Themen: "Wir werden schauen, was da die Zukunft bringt."

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Rascher E-Auto-Anstieg

Strebl geht davon aus, dass die E-Mobilität künftig rascher vorankommt. Bis zum Jahr 2030 rechnet eine TU-Studie im Auftrag der Wien Energie mit 81.000 Elektroautos in der Bundeshauptstadt, im Jahr 2020 sollen es 7.500 sein. Für 2018 hatte die von Herbst 2017 stammende Studie 2.300 reine E-Autos erwartet, dies wurde vom Ist-Wert von 2.650 sogar leicht übertroffen. Strebl geht davon aus, dass die neue EU-Emissions-Vorgabe für Neuwagenflotten im Ausmaß von maximal 95 g CO2 pro Kilometer im Jahr 2021 (nach bisher 130 g CO2/km) die Kfz-Hersteller dazu zwingt, mehr E-Autos auf den Markt zu bringen.

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