70 reine Stromer

VW-Konzern drückt 22 Mio. E-Autos in den Markt

Für die ersten rein elektrischen Fahrzeuge liegen bereits Zehntausende Vorbestellungen vor.

Volkswagen  meint es mit seiner großen Elektroauto-Offensive mehr als ernst und forciert den Umstieg in die Elektromobilität schon bevor er richtig begonnen hat. Der deutsche Autokonzern kündigte am Dienstag an, binnen zehn Jahren 22 Millionen batteriegetriebene Fahrzeuge auf den neuen Elektroplattformen zu bauen, um sieben Millionen mehr als bisher schon in Aussicht gestellt.

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70 rein elektrische Modelle

Die Zahl der in diesem Zeitraum geplanten neuen E-Modelle steigt von bisher angekündigten 50 auf fast 70 Modelle. VW will sich nach der selbst verursachten Dieselkrise an die Spitze der Anbieter elektrischer Fahrzeuge setzen und bis zum Jahr 2050 CO2-neutral werden. Das reicht den Angaben zufolge von der Fahrzeugflotte bis hinzu zur Verwaltung. Das Herz der Elektro-Offensive ist der Modulare Elektrifizierungs-Baukasten (MEB).  Durch Partnerschaften  und damit eine möglichst umfangreiche Verbreitung des MEB und die damit verbundenen Skaleneffekte sollen die Kosten der E-Mobilität deutlich gesenkt werden können. Ein erstes Beispiel für eine solche Partnerschaft ist die gerade beim Genfer Autosalon 2019 (bis 17. März) verkündete geplante Zusammenarbeit mit der Aachener e.GO Mobile AG.

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MEB-Zeitplan

Der Startschuss für die Elektro-Offensive fällt im laufenden Jahr. Den Anfang macht der  I.D., der bisher unter dem Arbeitstitel "Neo"  bekannt ist, unter 30.000 Euro kosten wird, bei Golf-Abmessungen Platzverhältnisse wie der Passat bietet und Ende des Jahres in Zwickau vom Band läuft. In dem Werk läuft dann kurze Zeit später auch die Serienproduktion des Technikbruders Seat  el-born  an. Zu den weiteren ersten MEB-Fahrzeugen zählen die Serienversionen des Audi  Q4 e-tron concept , des Crossovers  I.D. CROZZ , des Skoda-SUVs Vision iV, des elektrischen Bullis ID. BUZZ  ( inklusive Cargo-Version ) und der großen VW-Limousine  ID. VIZZION .

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Eigener Premium-E-Baukasten

Bereits in diesem Jahr kommen die ersten Elektroautos auf Basis einer anderen Elektroplattform (für größere Premium-Fahrzeuge) in den Handel: Nach dem Audi  e-tron , der in diesen Tagen zu den Händlern rollt, kommt der Porsche  Taycan  zu den Kunden. Für beide Fahrzeuge liegen Reservierungen von jeweils 20.000 Einheiten vor. Auf Basis des Taycan kommt 2021 das fünftürige Audi-Coupé  e-tron GT  auf den Markt. Im selben Jahr dürfte auch die  Crossover-Variante des Porsche-Stromers  starten. Noch heuer startet Audi die Vorbestellungen für den e-tron Sportback.

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Gesamtinvestition von 44 Mrd. Euro

Der Konzern investiert bis 2023 mehr als 30 Mrd. Euro in die Elektromobilität. Einschließlich Ausgaben für die Digitalisierung, die Entwicklung neuer Mobilitätsdienste und selbstfahrende Autos sind es sogar knapp 44 Mrd. Euro. Der Anteil der Elektroautos an der Flotte soll bis 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen. Um die Elektro-Offensive abzusichern, wurden mit den Firmen LG Chem, SKI, CATL und Samsung strategische Batteriezellen-Lieferanten ausgewählt. Zur weiteren Stärkung der E-Mobilität wollen mehrere Marken des VW-Konzerns, Ford, Daimler, etc. und Partner aus der Industrie bis 2020 mit IONITY europaweit 400 Schnellladestationen an Fernstraßen errichten. Das würde bedeuten, dass es alle 120 Kilometer es eine Station gibt. Die ersten  Ionity-Standorte  wurden auch in Österreich bereits eröffnet.

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© Hersteller

Genfer Autosalon 2019 (VW-Konzern-Neuheiten)

VWs Mittelklasse-Bestseller Passat bekommt ein Facelift. Während sich optisch nicht so viel tut, bleibt technisch kein Stein auf dem anderen. Das Fahrzeug kann nun bis zu 210 km/h fast vollkommen autonom fahren. Beim...

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...I.D. Buggy Concept zeigt VW, was auf Basis des neuen Modularen Elektro Baukastens (MEB) alles möglich ist. Wenn die Messe-Besucher auf das Elektro-Buggy abfahren, könnte es sogar in Serie gehen.

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Das "Golf-SUV" T-Roc ist ein absoluter Bestseller. Bald schiebt VW mit der "R"-Version einen echten Kracher nach. 300 PS, Doppelkupplungsgetriebe und Allrad machen das 4,23 Meter kurze SUV zum Alltagssportler.

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Audi verpasst dem TT RS (inklusive Roadster) ein Facelift. Der 400 PS starke Fünfzylinder erfüllt dank Partikelfilter nun die Abgasnorm Euro 6d-Temp und bietet nach wie vor eine unverwechselbare Soundkulisse. Völlig...

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...neu ist der SQ5 TDI. Hier sorgt ein 347 PS starker Turbodiesel inklusive 48 Volt Mild-Hybrid-System für mächtig Vortrieb, ohne dabei beim Verbrauch über die Stränge zu schlagen. Absoluter Star am Audi-Messestand ist jedoch...

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...der Q4 e-tron concept. Der kleine Bruder des e-tron (ab 82.000 Euro) nutzt den MEB und verfügt über zwei Elektromotoren mit 225 kW Systemleistung. Dank einer 82 kWh Batterie im Unterboden soll er mit einer Akkuladung 450 km (laut WLTP) weit kommen. Nach 30 Minuten an der Schnellladestation sind 80 Prozent nachgeladen. Das Serienmodell kommt Ende 2020 in den Handel. Der...

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...Skoda Vision iV basiert ebenfalls auf dem MEB und gibt einen konkreten Ausblick auf den ersten Elektro-Crossover der Tschechen. Die Serienversion, die 2020 in den Handel kommt, soll eine Reichweite von 500 km bieten. Deutlich früher kommt...

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...der 4,24 Meter lange Kamiq in den Handel. Das Mini-SUV teilt sich die Plattform mit VW T-Cross und Seat Arona, rollt im Sommer zu den Händlern und startet mit konventionellen 3- und Vierzylindern. Das Leistungsspektrum reicht von 95 bis 150 PS, Allrad gibt es nicht. Der Preis steht noch nicht fest, wird aber unter 20.000 Euro liegen. Auch...

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...Seat bringt 2020 sein erstes Elektroauto auf MEB-Basis auf den Markt. Die seriennahe Studie "el Born" wird sich kaum noch verändern. Hier sollen 204 PS aus einem Elektromotor für reichlich Fahrspaß sorgen. Die Reichweite geben die Spanier mit 420 Kilometer an.

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CUPRA firmiert seit dem Vorjahr als eigenständige Marke, gehört jedoch nach wie vor zu Seat. Das erste eigenständige Modell heißt Formentor. In Genf steht die zu rund 98 Prozent fertige Studie, das Serienmodell geht Anfang 2020 an den Start.

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Porsche zeigt das ganz neue 911 Cabrio (992), das zunächst in der 450 PS starken S-Version (Heck- oder Allradantrieb) an den Start geht und in Österreich bereits bestellbar ist (ab 164.155 Euro). Weitere....

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...Neuheiten sind die puristischen 718 T Modelle (Boxser und Cayman) sowie....

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...die S-Variante des überarbeiteten Macan. Hier verrichtet ein 354 PS starker 3,0l-V6-Turbobenziner mit Ottopartikelfilter seinen Dienst.

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...gediegener geht es im neuen Bentley Continental Cabrio (GTC) zu. Unter der langen Haube sitzt ein zwangsbeatmeter 12-Zylinder mit satten 635 PS. Preis: ab 298.000 Euro. Leistungstechnisch schießt jedoch der....

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..."La Voiture Noir" den Vogel ab. Dieser Bugatti im Batman-Look bedient sich technisch beim Chiron, was bedeutet, dass ein 1.500 PS starker Sechszylinder, seine 1.600 Newtonmeter Drehmoment auf alle vier Räder verteilt.

Ford-Kooperation und Jobabbau

Um auch auf dem Zukunftsfeld selbstfahrender Autos mitzumischen, verhandelt VW über eine Ausweitung ihrer  Allianz mit dem US-Autobauer Ford . Der größte europäische Autokonzern und die Nummer zwei in den USA hatten bereits zu Jahresanfang eine Zusammenarbeit bei Transportern und Pick-ups vereinbart. Der radikale Schwenk in die E-Mobilität geht einher mit einem schärferen Spardruck. Da beim Bau von E-Autos weniger Arbeit anfällt, will VW weiter Personal abbauen. Zusätzlich zu den bereits mit dem Betriebsrat vereinbarten 14.000 Stellen bis 2020 sollen in Emden und Hannover beim Umbau zu Elektrostandorten 7.000 Jobs wegfallen. Weitere 5.000 bis 7.000 Arbeitsplätze könnten Insidern zufolge in der Verwaltung gestrichen werden.

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Ergebnis trotz Problemen gesteigert

Im vergangenen Jahr steigerte Volkswagen das operative Ergebnis trotz der Turbulenzen um den neuen Abgasmessezyklus von 13,8 auf 13,9 Mrd. Euro. Dabei schlugen erneut knapp 3,2 Mrd. Euro an Sonderlasten im Zusammenhang mit der Dieselaffäre zu Buche. Das operative Ergebnis der Hauptmarke VW sank 2018 auf 3,2 (Vorjahr: 3,3) Mrd. Euro. Die Rendite schrumpfte von zuvor 4,2 Prozent auf 3,8 Prozent. Damit verfehlte VW die selbst gesteckte Zielmarke von vier bis fünf Prozent. Auch bei Audi sanken Ergebnis und Rendite. Beide Marken hatten massive Probleme mit der Umstellung auf die schärferen Abgastests WLTP.

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