VW Passat Variant R-Line im Test

Hisst die Segel!

VW Passat Variant R-Line im Test

Besonders angetan hat es uns die Segelfunktion des genügsamen Kombis.

Ja, ihn gibt es auch noch. In den Schluchten der hoch aufragenden Blechtürme, der Glitzer- und Glitterwelt der Beeindruckungs­vehikel und der Geländeblendgranaten steht er tapfer sein Auto – ehrlich, sympathisch und nach dem jüngst erfolgten Facelift hübsch auffrisiert: der  Passat .

© ERYK KEPSKI

Gereift

Das Auto gibt es seit 1973 und damit ein Jahr länger als den Golf. Der Durchbruch gelang dem Passat 1980 mit der Einführung der Va­riant-Variante. Seitdem ist Passat ein Deonym für Mittelklasse-Kombis. Anders als die Konkurrenz allerdings erlag Volkswagen nie der Versuchung, den Passat zu „verlifestylen“. Er blieb stets der Funktion treu, was ihm allerdings auch ein etwas spießiges Image verleiht.  Dabei ist der aktualisierte Passat durchaus ein Schaustück automobiler Ästhetik – geradlinig, nobel reduziert. Schauen tut trotzdem kaum jemand. Was nicht bis in den Mezzanin reicht, ist heutzutage keines Blickes würdig.

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Rauer Abstinenzler

Zum feinen Antlitz passt das im Kaltstart sehr vordergründige Diesel-Geratter nicht so ganz. Ein eleganter Benziner wäre wohl die passendere Wahl – allerdings auch eine weitaus uneffizientere. Der 150 PS starke TDI mag zwar ein rauer Geselle sein. Was seine Trinkgewohnheiten anbelangt, gibt er sich geradezu abstinent. Innerstädtisch verharrt die Verbrauchsanzeige bei knapp über sechs Litern. Helles Staunen auf der Autobahn: 4,8 Liter war da unser Bestwert – und das, obwohl wir die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nie unterschritten. Ein voller Tank reicht für mehr als 1.200 km. Zudem verfügen die aktuellen Selbstzünder des VW-Konzerns über zwei SCR-Katalysatoren und eine doppelte AdBlue-Einspritzung. Damit unterbieten sie die gültigen Grenzwerte auch im Alltag (mehr als) deutlich.

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Hisst die Segel!

Einen wesentlichen Anteil an der Sparsamkeit hat die Segel- oder Freilauffunktion, die den Motor bei geringer Last vom Getriebe abkoppelt. Man spürt dann richtiggehend, wie sich das Fahrzeug entspannt und mit derart geringem Widerstand dahinrollt, dass es auf so mancher Geraden noch beschleunigt. Im Alltag macht man es sich dann zum Sport, den Passat so oft wie möglich zum Segeln zu bringen – und das zeitigt einen höchst kontemplativen Fahrstil. (zac)

>>>Nachlesen:  Alle Österreich-Infos zum Passat Facelift (2019)

Technische Daten VW Passat Variant TDI DSG R-Line

  • Motor: 2.0-Lite-Vierzylinder-Diesel
  • Leistung: 150 PS und 360 Nm,
  • Spitze: 210 km/h; 0–100 km/h in 9,1 Sekunden
  • Antrieb: Front, 7-Gang-DSG
  • Verbrauch: Test: 6, 3 Liter auf 100 km
  • Abmessungen: 4,77 x 1,83 x 1,51 Meter (LxBxH)
  • Kofferraumvolumen: 650 bis 1.780 Liter
  • Preis: ab 44.340; Testwagen: 60.978 Euro 

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