Neuer Leon kommt später, aber zum Kampfpreis

Verzögerung wegen Corona-Krise

Neuer Leon kommt später, aber zum Kampfpreis

Seat muss Markteinführung des Kompakten verschieben, hat für Kunden aber ein „Zuckerl“.

Wie berichtet, haben so gut wie alle Autohersteller ihre Produktion aufgrund des Coronavirus in Europa vorübergehend eingestellt. Auch in den spanischen  Seat -Werken stehen  die Bänder still . Das wirkt sich nun direkt auf die Markteinführung des  brandneuen Leon  aus, der eigentlich ab 16. April beim Händler stehen sollte. Aufgrund der aktuellen Geschehnisse verzögert sich der Start nun voraussichtlich bis Mai/Juni 2020 wie die VW-Tochter mitteilte. Für Interessenten gibt es aber auch eine gute Nachricht.

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Kampfpreis

Seat verspricht nämlich einen Einstiegspreis von unter 19.000 Euro. Damit liegt dieser bei der neuen Generation trotz besserer Ausstattung deutlich unter dem Vorgänger, der ab 20.990 Euro in der Liste steht. Die ebenfalls brandneuen Plattformbrüder Audi  A3 Sportback , Skoda  Octavia (Combi)  und VW  Golf 8  können bereits bestellt werden. Da hier aber noch keine Einstiegsmotoren verfügbar sind, geht es derzeit jeweils bei knapp unter 30.000 Euro los. VW hat für den Golf einen Einstiegspreis von unter 22.000 Euro in Aussicht gestellt. Das sind aber noch immer rund 3.000 Euro mehr, als Seat für den günstigsten Leon verlangen will.

Abmessungen und Design

© auto.oe24.at (set)

Obwohl es ich um eine weiterentwickelte aber nicht um ein völlig neue Plattform (MQB evo) handelt, hat sich bei den Abmessungen einiges getan. Der neue Leon ist 4.368 mm lang (+86 mm), 1.800 mm breit (-16 mm) und 1.456 mm hoch (-3 mm). Der Radstand beträgt 2.686 mm, ist also um 50 mm größer als beim Vorgänger. Das kleine Plus an Länge und das Minus bei der Höhe sorgen für äußerst stimmige Proportionen. Die kurzen Überhänge und die Keilform werden dem dynamischen Markenanspruch ebenfalls gerecht. Die schmalen Scheinwerfer (Voll-LED Serie) orientieren sich am  Tarraco , der breite und flache Grill erinnert hingegen an den  Cupra Formentor . Obwohl das Gesicht dadurch sehr sportlich wirkt, sieht der Leon nicht aggressiv aus. Hier muss man den Designern ein großes Lob aussprechen.
 
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Die gepfeilte Motorhaube unterstreicht die Breitenwirkung nach hinten. Die Seitenlinie wird von den ausgestellten Radhäusern, einer markanten Lichtkante sowie den kräftige Schultern geprägt. Wenn dann noch große Felgen montiert sind (bis zu 18 Zoll), kommt der kompakte Spanier ziemlich feurig daher. Der sportliche Eindruck setzt sich am Heck fort. Hier hat ja Seat bereits vorab verraten, dass es ein durchgehendes Leuchtenband gibt, das die zweigeteilten Rückleuchten miteinander verbindet. Unterhalb des Seat-Logos, das wieder zum Öffnen der Kofferraumklappe dient, ist der Leon-Schriftzug in Schreibschrift ausgeführt. Der Bereich rund um das Logo ist etwas eingezogen, was für einen ziemlich gelungenen 3D-Effekt sorgt.
 
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Über Geschmack lässt sich zwar nicht streiten, aber im Rahmen der Weltpremiere waren fast alle Anwesenden von der Optik des Spaniers angetan. Für die teils etwas fad wirkende Golf-Klasse stellt er eindeutig eine Bereicherung dar. Wie unsere Sitzprobe zeigte, ist das Platzangebot vorne sehr gut und auch hinten halten es zwei Großgewachsene problemlos auf längeren Strecken aus. Lediglich der Blick nach hinten fällt etwas ernüchternd aus. Die Breite C-Säule schränkt die Sicht nach hinten ziemlich ein, da wird die Rückfahrkamera fast schon zur Pflicht. Einen Dreitürer wird es nicht mehr geben, der Kombi (ST) wurde ebenfalls präsentiert, folgt aber erst etwas später. Als Sportstourer ist der neue Leon 4.642 mm lang (+93 mm), 1.800 mm breit (-16 mm) und 1.448 mm hoch (-3 mm). Auch hier beträgt der Radstand 2.686 mm und ist somit 50 mm größer als beim Vorgängermodell. Als Fünftürer bietet der Kompaktwagen ein Gepäckraumvolumen von 380 Litern (identisch mit der Vorgängergeneration), während die Variante als ST 617 Liter Gepäckraumvolumen bietet – 30 Liter mehr als die Vorgängergeneration.
 

Cockpit

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Da der neue Leon auch den neuen Infotainment-Baukasten von Golf 8, Octavia IV oder Passat-Facelift verwendet, ist der Spanier künftig immer online. Die eSIM gehört nämlich zur Serienausstattung. Gleiches gilt für den freistehenden Touchscreen auf der Mittelkonsole. Dessen Größe hängt von der jeweiligen Ausstattung ab. Serienmäßig misst er 8 Zoll, optional 10 Zoll. Die digitalen Instrumente verfügen über ein bis zu 10,25 Zoll Display und sind umfangreich konfigurierbar. Nachdem bereits VW beim Golf 8 nahezu auf alle manuellen Tasten verzichtet, geht Seat einen ähnlichen Weg. Viele Funktionen werden per Fingertipp bedient - auch der gewöhnungsbedürftige Touch-Slider für die Temperaturregelung ist an Bord. Manuelle Tasten gibt es nur noch für wenige Funktionen, was im Alltag zu deutlich weniger Ablenkung führt. Weitere Eingaben sind über das unten abgeflachte Multifunktionslenkrad, Gesten- oder Sprachsteuerung möglich.
 
 
Bei den Varianten mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mutiert der Gangwählhebel zu einer Art Stummel - dieser kam erstmals im neuen Porsche 911 Carrera zum Einsatz und erreicht nun auch die Kompaktmodelle des VW-Konzerns. Insgesamt wirkt das Cockpit sehr modern, überfordert den Fahrer aber auch nicht. Wie unsere Sitzprobe zeigte, ist Seat auch um eine gute Qualitätsanmutung bemüht. Im oberen Bereich gibt es ein Kombination aus hinterschäumten Materialien und Hartplastik mit einer angenehmen Struktur. Der Sparzwang, der in dieser Klasse generell herrscht, wird im Cockpit im unteren Bereich und bei den Türverkleidungen erkennbar. Im Fond sind die Türverkleidungen ebenfalls aus Hartplastik gefertigt, billig wirkt die Seat-Lösung jedoch nicht. Ein echter Hingucker ist die Ambientebeleuchtung, welche die vorderen Türen und das Armaturenbrett durchzieht. 
 
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Vernetzung und Assistenzsysteme

Da die Konnektivität für (junge) Autokäufer immer wichtiger wird, und Seat eine besonders junge Käuferschicht hat, lassen die Spanier diesbezüglich natürlich nichts anbrennen. Das serienmäßige Media System verfügt über ein 8,25-Zoll-Display mit voller Smartphone-Kompatibilität, während das Navigationssystem mit seinem größeren 10-Zoll-Display mit onlinegestützter 3D-Navigation sowie Sprach- und Gestensteuerung ausgestattet ist. Smartphones können serienmäßig via Android Auto und Apple CarPlay integriert werden. Dann lassen sich nicht nur die kompatiblen Apps am großen Touchscreen steuern, sondern auch die jeweilige Sprachbedienung nutzen. Die optionale Connectivity Box ermöglicht das kabellose Laden von Mobiltelefonen mittels Qi-Technologie. Zudem gibt es serienmäßig Connect-Services wie eine App, mit der man aus der Ferne Fahrzeugdaten abfragen kann, den aktuellen Standort sieht oder das Fahrzeug auf- und zusperren kann. Bei der passiven und aktiven Sicherheit gibt es ebenfalls kaum Anlass für Kritik.
 
© Seat-Mediencenter
 
Auf Wunsch sind für den Leon IV die neuesten Assistenzsysteme aus dem Konzern-Regal erhältlich. Damit lässt sich der Kompakte derart hochrüsten, dass Assistiertes Fahren bis zu 210 km/h möglich ist. Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, Spurhalte- und Abbiegeassistent sind serienmäßig an Bord. Mit Funktionen wie der automatischen Distanzregelung (ACC) mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung, dem Notfallassistenten 3.0, Travel Assist sowie Toter-Winkel- und Ausparkassistent sowie automatischem Notruf sei der neue Leon das bisher sicherste Modell der Marke, so Seat.
 

Breites Antriebsspektrum

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Beim Antrieb gibt es keine Überraschungen. Da der VW-Konzern seine reinen Elektroautos künftig auf dem neuen modularen Elektrobaukasten (MEB) anbietet, wird es keinen reinen Elektro-Leon geben. Dafür ist bei Seat zunächst die Serienversion des  el-born  zuständig, die Ende 2020 in den Handel kommen soll. Dennoch werden beim neuen Leon gleich mehrere Motoren unter Strom gesetzt. Der niederschwellige Einstieg in die vielfältige Welt der Hybridisierung erfolgt mit einem 48-Volt-Mild-Hybrid-Antriebskonzept (mHEV). Diese Motoren hören auf die Bezeichnung eTSI. Seat kombiniert dabei einen Verbrennungsmotor mit einem 48-Volt-Riemen-Startergenerator (RSG), der seinen Platz an der Stelle der einstigen Lichtmaschine im Nebentrieb hat. Im Vergleich zu Voll- oder Plug-In-Hybriden ist das eine Lösung mit deutlich geringeren Kosten. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf den Verkaufspreis aus. Neben dem regulären 12-Volt-Bordnetz verfügt der mHEV-Antrieb über eine 48-Volt-Batterie. Bindeglied zwischen dem 48-Volt-Netz und der übrigen Fahrzeugelektrik ist ein DC-/DC-Wandler, der die 48 in 12 Volt transformiert. Auf solche Systeme vertrauen mittlerweile mehrere Hersteller. Die 48-Volt-Zusatzbatterie ist im Heck verbaut (siehe Foto) unterstützt den Verbrennungsmotor in verbrauchsintensiven Betriebsphasen mit elektrischer Energie, die in Verzögerungsphasen, etwa beim Bremsen, zuvor wiedergewonnen und gespeichert wurde (Rekuperation). Weiterhin wird zeitweilig das Rollen mit komplett abgeschaltetem Verbrennungsmotor ermöglicht ("Segeln"). Je nach Fahrweise kann mit dem mHEV-System im Alltagsbetrieb eine Kraftstoffmenge im Bereich von 0,4 Litern auf 100 Kilometern eingespart werden. Das klingt zunächst zwar nicht gerade bahnbrechend, über die gesamte Lebensdauer häuft sich jedoch eine ordentliche Ersparnis an. Und das bei vergleichsweise geringen Mehrkosten bei der Anschaffung. Darüber hinaus bietet dieses Antriebssystem durch elektrisches Boosten beim Anfahren ein Plus an Dynamik sowie eine Komfortverbesserung beim Motorstart. Der RSG beherrscht also zwei Betriebszustände: Rekuperation und Boost. Bei den Mildhybriden machen der 1,0-Liter-Dreizylinder als auch die 1,5-Liter-Vierzylinder-Variante den Auftakt. In Verbindung mit diesen Motoren wird die vierte Leon-Generation mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit einem mHEV-System ausgestattet. Seat wird den eTSI mit zwei Leistungsstufen anbieten: 110 PS und 150 PS.
 
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Natürlich gibt es auch schwächere und stärkere Benzinmotoren ohne 48-Volt-Technik. Das Einstiegsmodell setzt auf einen 1,0 Liter TSI Dreizylinder-Turbobenziner mit 90 PS. Dieser Motor ist auch mit 110 PS verfügbar. Darüber rangieren die 1,5-Liter-TSI mit 130 PS oder 150 PS und temporärer Zylinderabschaltung (nicht mit den eTSI zu verwechseln). Spitzenreiter in Sachen Leistung ist der 190 PS starke 2.0-TSI-Motor in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Bei den TDI (Vierzylinder mit 115 und 150 PS) kommt ein doppelter SCR-Kat mit AdBlue-Einspritzung zum Einsatz, was die Stickoxid-Emissionen (NOx) um bis zu 80 Prozent (!) senken soll. Zudem sinkt der Verbrauch der TDI um bis zu 17 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Und wer seinen Leon trotz dem Aus für die reine Elektroversion an die Steckdose hängen will, bekommt ebenfalls Möglichkeiten. Den Plug-in-Hybridantrieb namens eHybrid gibt es mit einer Systemleistung von 204 PS. Rein elektrisch soll der neue Plug-in-Leon  dank 13-kWh-Lithium-Ionen-Batterie auf realistische 60 Kilometer kommen. Und auch eine 130 PS starke Erdgasvariante namens TGI wird es wieder geben. Hier wurde der Motor ja erst 2019 ordentlich aufgerüstet. Sportliche Fahrer werden künftig von der Submarke Cupra bedient. Der  brandneue Cupra Leon  leistet als reiner Benziner 300 PS bzw. 310 PS und als Plug-in-Hybrid 245 PS. Hier gibt es statt dem Seat- künftig das Cupra-Logo und die kupferfarbenen Elemente. Einige Motoren können wieder mit Allradantrieb (4Drive) und Doppelkupplungsgetriebe (DSG) kombiniert werden. Da dürfte also für jeden Geschmack ein passender Antrieb mit dabei sein.
 
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Ausstattungslinien und Fazit

Die Ausstattungslinien heißen weiterhin Reference, Style, XCELLENCE und FR. Bestellungen sind ab März möglich. Dann müssen sich Konkurrenten wie Kia Ceed, Ford Focus, Mazda3, Hyundai i30, Peugeot 308, Opel Astra oder Fiat Tipo auf einen starken Gegner einstellen. Denn technisch und optisch kann der Spanier fast auf ganzer Linie überzeugen. Wenn Seat jetzt auch noch einen attraktiven Preis hinbekommt, könnte auch die vierte Leon-Generation in einige Jahren die Millionenmarke knacken. Wir freuen uns jedenfalls schon auf die Fahrpräsentation. Im Rahmen dieser wird sich zeigen, ob der Leon genauso gut fährt, wie er aussieht. 
 

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