Beflügelte Throneroberung

Neuer Honda Civic Type R im Test

Japanischer Hot-Hatch fährt der Konkurrenz im Segment ungestüm davon.

Hiermit sei es gesagt: nein, der aktuelle Civic Type R – also der „böse“ Bruder des besonders sauberen neuen Civic 1.6 i-DTEC - übertreibt nicht mit seiner exaltierten Optik. Möchte man den kompakten Honda doch auf den ersten Blick mitleidig lächelnd in die „Boyracer“-Schublade stecken. Einmal den Tuningkatalog rauf und runter, bitte!

© Philipp Stalzer

Beeindruckendes Auto

Doch der Type R purzelt so wild gezeichnet vom Band (..., Herr Inspektor!) und hinterm Steuer wird schnell klar: die Japaner haben sich dabei was gedacht. Jetzt ist es ohnedies kein Geheimnis, dass Honda eine glorreiche Motorsport-Historie vorweisen kann und vor allem im Motorenbau profunde Kompetenzen beweist. Der Vorgänger, erstmals ein VTEC-Motor mit Turboaufladung, konnte aber noch keine Euphorie entfachen. Beim Sprung auf das jetzige Modell ist definitiv mehr als eine Detailverbesserung passiert. Der Civic Type R ist – sobald man sich an seine schreiende Optik gewöhnt hat – ein auf (fast) ganzer Linie beeindruckendes Auto.

© Philipp Stalzer

Fahrspaßgranate

Die Fahrwerksspreizung dank Modi ist von angenehm komfortabel bis bretthart enorm, die Bremsen und Schaltung knackig und exakt und vor allem die Traktion der gesperrten Vorderachse schlägt ein neues Kapitel in der Fahrbarkeit von Frontantriebs-Kraftmeiern auf. Selbst wenn alle 400 Newtonmeter der grandios applizierten und gefühlt sehr gut im Futter stehenden 2-Liter-Maschine an den Vorderrädern zerren, bleibt das Lenkgefühl klar und der Civic folgt spurtreu der vorgegeben Linie. Unwürdiges Scharren der Vorderhufe ist ihm selbst auf salznasser Fahrbahn mit Winterpatschen fremd. Wer es nach der heißen Ausfahrt ins kurvige Geläuf gemütlich angeht, wird dabei mit Verbräuchen von unter 8 Litern im Drittelmix belohnt.

>>>Nachlesen:  Startschuss für den neuen Civic Type R

Gutes Platzangebot, fummelige Bedienung

Zum reuelosen Alltagsbetrieb lädt auch das großzügige Platzangebot ein. Endlich sitzt man auf den famos ausgeformten Vordersitzen als Großgewachsener tief genug, Rückbank und vor allem Kofferraum sind sehr gut nutzbar. Nur die teils fummelige Bedienung und das langsame Infotainmentsystem sind die kleinen Kontrapunkte, die der fast perfekten Fahrmaschine aus Fernost kleinlaut anzukreiden sind. Für den Kampfpreis ab 39.900 Euro, der markentypisch zu erwartenden Zuverlässigkeit und der geringen kaufenden Kosten durch den sparsamen Spritverbrauch kann man darüber locker hinwegsehen. Der Civic Type R ist definitiv die Nummer 1 in seinem Segment. Deshalb darf er optisch ruhig ein wenig auf den Putz hauen. (phist)

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Technische Daten

  • Motor: 2,0l 4-Zylinder Turbobenzinmotor
  • Leistung: 320 PS und 400 Nm
  • Fahrleistungen: Vmax: 272 km/h, 0-100 km/h: 5,8 sec
  • Anbrieb: Vorderradantrieb, 6-Gang Handschaltung
  • Normverbrauch: 7,7 Liter/100km
  • Preis Testwagen (Civic Type R GT): 45.490 Euro

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