Größer, moderner, besser

Der neue VW Polo im Fahrbericht

Sechste Generation ist der Kleinwagenklasse (fast) entwachsen.

Wie berichtet, kann der neue Polo hierzulande seit wenigen Wochen bestellt werden. Nach dem Seat Ibiza, der bereits zahlreiche Vergleichstests für sich entscheiden konnte, ist der Wolfsburger Bestseller das zweite VW-Konzernmodell, das auf dem modularen Querbaukasten A0 steht. Doch trotz des imposanten Wachstums (81 mm länger, 69mm breiter, Radstand: +92 mm) und viel Hightech-Pipapo ist der Polo seinen Grundwerten angenehmerweise treu geblieben.

© Volkswagen Der neue Polo legt in der Breite knapp 7 cm zu.

Der Polo bleibt sich (außen) treu

Und genau jetzt, wo alles und jeder nach oben strebt, tut ein Auto wie der Polo wieder einmal gut: down to earth, klar definiert, mehr Sein als Schein. Der Volkswagen, von dem seit seinem Start im Jahr 1975 über 14 Millionen Stück verkauft wurden, ist auch in sechster Generation ein Polo. Auch wenn er nun erstmals die 4-Meter-Schranke durchbrochen hat und die Ausmaße des 2er-Golf annimmt. Da aber das exponentielle Wachstum im Autobereich ein generelles Phänomen ist, kann man den neuen Polo noch immer als Kleinwagen bezeichnen. Auch wenn ihn die VW-Verantwortlichen lieber in der Kompaktklasse verorten. Und beim Platzangebot reicht er tatsächlich fast an den Golf heran. Der lange Radstand und die Breite sorgen dafür, dass selbst im Fond zwei Erwachsene äußerst komfortabel unterkommen. Und der um 71 Liter größere Basiskofferraum von 351 Litern lässt auch kaum Wünsche offen.

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Optisch ist der neue Polo zweifelsfrei als Polo auszumachen. Dennoch wirkt er im direkten Vergleich mit dem Vorgänger deutlich moderner. Dafür sorgen vor allem die neuen Proportionen. Die Verwechslungsgefahr mit dem Golf ist nicht existent. Das Design ist klassisch, schlicht und klar. Den etwas progressiveren Stil, zu dem VW etwa beim T-Roc oder beim Arteon gefunden hat, hat man sich beim Polo versagt. Kein Wunder, schließlich lieben die Kunden das Auto gerade wegen seines zeitlosen Auftritts so sehr.

© Volkswagen Im volldigitalisierten Cockpit (optional) setzen in Wagenfarbe lackierte Elemente Akzente.

Innen komplett neu

Ein wenig anders verhält sich das im Inneren. Hier wurde durchaus experimenteller vorgegangen. Das betrifft nicht nur das bunte Ambiente. Gegen einen Aufpreis lässt sich das Cockpit mit digitalen Armaturen (Active Info Display) ausstatten. Das volldigitale und konfigurierbare Kombiinstrument, das etwa Navikarten groß zwischen den beiden (virtuellen) Rundinstrumenten einblenden kann, ist neu in dieser Klasse und macht in Verbindung mit dem hübsch hinter Glas eingefassten 8-Zoll-Touchscreen doch einiges her. Letzterer verfügt glücklicherweise nach wie vor über einen manuellen Lautstärkenregler. Was die Haptik angeht, spielt der Polo derzeit in einer eigenen Liga. Mit derart hochwertigen Materialien kann nicht einmal der Audi A1, der noch auf der alten Konzern-Plattform steht, aufwarten. Technisch ist der Polo dank allen gängigen Assistenzsystemen (z.B.: Abstandsregeltempomat bis 210 km/h) und Multimedia-Funktionen (z.B.: Smartphone-Integration via Android Auto, Apple CarPlay & Mirror-Link) ebenfalls voll auf Höhe der Zeit.

Erwachsener Fahreindruck

Im ersten Fahrtest im Umland von Hamburg wurde uns der 1.0 TSI mit 95 PS und DSG zugeteilt. Der Dreizylinder steht dem Polo gut und macht ihm durchaus Beine. Lenkung, Federung und Bremsen sind über jeden Zweifel erhaben. Der Breitenzuwachs macht sich in schnell gefahrenen Kurven positiv bemerkbar, der längere Radstand kommt wiederum dem Langstreckenkomfort zugute. Letzterer profitiert auch von der guten Dämmung. Der 95 PS Turbo-Benziner ist ab Marktstart flankiert von einem 1.0er mit 65 oder 75 PS (beide Sauger) das vorläufige Top-Aggregat. Die Dieselpalette (1.6 TDI mit 80, 95 und 115 PS) und die stärkeren Benziner mit dem 150 PS starken 1.5 TSI und dem 2.0 TSI mit 200 PS im neuen Polo GTI (alle Infos zum neuen Polo GTI finden Sie hier) als Hauptact folgen im Laufe des ersten Halbjahres 2018. Zu diesem Zeitpunkt kommt auch die besonders umweltfreundliche 1.0 TSI Erdgasversion mit 90 PS.

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Verfügbarkeit und Preise

Der Einstiegspreis für den 1.0 mit 65 PS liegt bei 13.990. Der 1.0 TSI mit allem Drum und Dran (Ausstattung "beats") kostet 20.790 Euro. Für Vorbesteller bietet VW jedoch zwei Boni an, die den Preis im Bestfall um 1.500 Euro drücken. Marktstart in Österreich ist am 19. Oktober. (zac/set)

Noch mehr Infos über Volkswagen finden Sie in unserem Marken-Channel.

Technische Daten

Motoren: 6 Benziner, 2 Diesel, 1 Erdgasmotor
Leistung: 65 (1.0) bis 200 PS (2.0 TSI)
Antrieb: Vorderrad, manuell (5- und 6 Gang) und 7-Gang-DSG
Leergewicht: 1.105 bis 1.145 Kilogramm
Kofferraum: 351 bis 1.125 Liter
Abmessungen: 4,05 /1,75 /1,46 m (L/B/H); Radstand: 2,55 m
Preis: ab 13.990 Euro

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