Alltagstauglicher Stromer

Der neue Nissan Leaf im Test

So fährt die zweite Generation des weltweit meistverkauften Elektroautos.

Es ist noch immer so: Elektroautos werden landläufig nicht als vollwertige Autos angesehen. Das nicht nur aufgrund der eingeschränkten Reichweite in Verbindung mit langer Ladedauer und mangelhafter Infrastruktur. Auch das mitunter skurrile Design der Stromer trägt nicht gerade zur vollumfänglichen Akzeptanz bei.

© Nissan Mit 4,49 m Länge zählt der Leaf bei den Kompakten zu den großen Modellen.

Gelungenes Design sorgt für Vorbestellrekord

Diese hartnäckige Skepsis ist bei E-Autos neuester Prägung nicht mehr angebracht. Die reelle 300-Kilometer-Reichweitenschallmauer ist längst durchbrochen und genügt damit locker einer durchschnittlichen wöchentlichen Kilometerleistung. Und was das Design betrifft, so zeigt speziell der neue Leaf, dass die Zeit der Experimente passé ist. Die Erwin Wurms Fat-Car-Optik der ersten Generation ist mainstreamigeren und dynamischeren Formen gewichen. Dieser Schritt von Nissan macht sich auch in den Verkaufszahlen bemerkbar. Wie berichtet, ist die zweite Generation des weltweit meistverkauften Elektroautos seit Ende 2017 vorbestellbar und wurde auch in Österreich quasi „blind“ schon mehrere hunderte Male geordert. Testen konnte man den Neuen bisher nämlich noch nicht.

© Nissan Bis auf den "Schalthebel" wirkt das Cockpit äußerst normal.

Teilautonomie

Innen gibt sich der Leaf familienaffin. Der im Unterboden untergebrachte Akku schafft viel Raum für Passagiere und Gepäck. Schick und funktionell ist das Cockpit mit einem intuitiv bedienbaren Onboard-System mit 7 Zoll Touchscreen (Serie ab der zweiten Ausstattunglinie). Dazu kommt das neue Assistenz-Paket ProPilot für teilautonome Funktionen. Im Stop&Go-Verkehr oder im zähfließendem Autobahnverkehr fährt der Stromer quasi von alleine. Man muss lediglich eine Hand am Lenkrad lassen. Das System, das über einen blauen Knopf im Lenkrad (siehe Diashow ganz oben) aktiviert wird, hält automatisch den Abstand zum vorausfahrenden Auto, sorgt dafür, dass der Leaf mittig in der Spur bleibt, bremst wenn notwendig automatisch und bringt das Fahrzeug gegebenenfalls zum Stillstand. Der ProPilot funktioniert überraschend gut und hält auch einen völlig automatischen Einparkassistenten für Quer- und Längslücken bereit.

>>>Nachlesen: Nissan Leaf (2018) – alle Österreich-Infos und Vorbestellrekord

Bis 415 km Reichweite

Fahrcharakterlich ist der Leaf auf der sportiveren Seite angesiedelt. Das Fahrwerk ist straff, der 150-PS-Elektromotor beschleunigt den Stromer in 7,9 Sekunden auf 100. Wer das nicht ausnützt, kommt mit dem 40 kWh-Akku locker 300 Kilometer weit. Ein besondere Funktion ist das "e-Pedal": Wird diese aktiviert, bremst der Leaf, wenn man vom Gas geht. Dadurch wird das Bremspedal obsolet und die maximierte Rekuperation erhöht die Reichweite. Innerstädtisch lassen sich im Idealfall so mit einer Akkuladung mehr als 400 km zurücklegen. Wenn jetzt auch noch die Infrastruktur rasch mit Schnellladestationen aufgerüstet wird, steht einem breiteren Erfolg der E-Mobilität nicht mehr viel im Wege. (zac)

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Technische Daten

Leistung: 110 kW (150 PS) und 320 Nm
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 7,9 Sek.; Spitze: 144 km/h (abgeregelt)
Antrieb: Einganggetriebe, Front
Akkukapazität: 40 kWh
Reichweite: max. 415 km (NEFZ)
Ladedauer: 18 Stunden (Haushaltssteckdose) bis 40 Minuten (Schnelladen)
Abmessungen: 4,49 x 1,79 x 1,54 Meter (LxBxH)
Kofferraum: 435 Liter
Preis: ab 32.950 Euro

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In Österreich vier Ausstattungslinien

Nissan bietet den Leaf in Österreich in vier Ausstattungslinien an. Die Einstiegsversion Visia verfügt u.a. über Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und hinten, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Audiosystem mit Bluetooth-Schnittstelle sowie AUX-und USB-Anschluss, eine beleuchtete Ladeklappe und Licht- bzw. Regensensor. Für Sicherheit sorgen eine Geschwindigkeitsregelanlage und -begrenzer, ein autonomer Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung, ein Spurhalte-Assistent mit korrigierendem Bremseingriff, ein Fernlicht-Assistent, ein Totwinkel-Assistent und ein Querverkehrs-Warner sowie eine Verkehrszeichenerkennung.

Im Leaf Acenta (ab 35.600 Euro) sind u.a. ein Lederlenkrad, eine Wärmepumpe und ein adaptiver Geschwindigkeits- und Abstands-Assistent an Bord. Zudem hält hier auch NissanConnect EV Einzug. Das Multimedia-System mit 7-Zoll-Touchscreen-Farbdisplay verfügt über ein Digital-Radio (DAB), Bluetooth Audio Streaming, Freisprechanlage, Sprachsteuerung, Ladestationen-Finder sowie Apple CarPlay und Android Auto. Per NissanConnect EV App lassen sich Klimaanlage und Ladevorgang aus der Ferne steuern.

Ab der Ausstattung N-Connecta (ab 37.450 Euro) verfügt das E-Auto über das teilautomatisierte ProPilot-System für den Einsatz im einspurigen Autobahnverkehr. Als Bestandteil des Around View Monitors mit Parksensoren vorn wie hinten kommen hier auch eine Bewegungserkennung und eine Müdigkeitserkennung zum Einsatz.

Die Top-Version Tekna (ab 39.850 Euro) ist an einer glänzend schwarz lackierten B-Säule zu erkennen. LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht und automatischer Höhenregulierung sind ebenso an Bord wie beheizbare Außenspiegel, Sitzheizung vorn und hinten sowie ein beheizbares Lenkrad. Exklusiv der Top-Version vorbehalten sind das Bose Soundsystem sowie Alcantara Ledersitze in Schwarz oder Beige mit blauen oder hellblauen Nähten.

>>>Nachlesen: Alle Infos vom neuen Nissan Leaf (2018)

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