Österreich-Preis des Nexo

So viel kostet Hyundais Wasserstoffauto

Innovatives Fahrzeug mit Brennstoffzellentechnik ist gar nicht so teuer.

Hyundai gibt bei seinen neuen Autos mit alternativen Antrieben ordentlich Gas. Zeitgleich mit dem  Verkaufsstart des Kona Electric  wurde auch der Österreich-Preis für den  brandneuen Nexo verraten. Der Nachfolger des ix35 FCEV wurde Anfang des Jahres präsentiert, hat bereits eine  spektakuläre autonome Fahrt  absolviert, und ist derzeit das einzige käuflich erwerbbare Brennstoffzellenfahrzeug in Österreich. Die beiden japanischen Hauptkonkurrenten Honda Clarity Full Cell und Toyota Mirai werden hierzulande (noch) nicht angeboten. Beim Blick in die Preisliste zeigt sich, dass die Koreaner Wort gehalten haben. Bei der Präsentation wurde versprochen, dass der Nexo – trotz zahlreichen Verbesserungen (siehe Vergleichstabelle unten) - nicht teurer werden sollte als sein Vorgänger. In Österreich wird das innovative Fahrzeug zum Preis von exakt 65.000 Euro netto bzw. 78.000 Euro brutto (inkl. Herstelleranteil E-Förderung) angeboten. Die Markteinführung startet im Herbst.

© Hyundai

Absolute Vollausstattung

Wie beim rein elektrischen Kona gibt es auch beim Nexo eine absolute Vollausstattung. Zu den Highlights zählen u.a. 19 Zoll Leichtmetallfelgen, beheizbares Lederlenkrad, Einparkhilfe vorne und hinten, Fahrer- und Beifahrersitz elektrisch belüftet, Klimaautomatik, Lederausstattung, Navigationssystem mit 12,3 Zoll Farbdisplay, elektrisches Glas/Schiebedach, Rückfahrkamera, Sitzheizung vorne und hinten, digitale Armaturen mit 7 Zoll Bildschirm, Voll-LED-Scheinwerfer sowie zahlreiche Assistenzsysteme (Autonomer Notbremsassistent, Intelligenter Park-Assistent, Müdigkeitserkennung, Querverkehrswarner hinten, Spurhalteassistent und Autobahnassistent, Toter-Winkel-Assistent).

© Hyundai

Kurz tanken statt lange laden

Beim Antriebsstrang vertraut Hyundai auf einen klassischen Brennstoffzellenantrieb, bei dem Wasserstoff direkt an Bord in elektrische Energie umgewandelt wird und so den Elektromotor antreibt. Aus dem Auspuff entweicht lediglich Wasser. Der große Vorteil gegenüber herkömmlichen Elektroautos, deren Batterie lange geladen werden muss, liegt darin, dass der Tankvorgang nicht länger als bei Benzinern oder Dieselautos dauert. Aktuell macht den Brennstoffzellenautos die Infrastruktur aber einen Strich durch die Rechnung. In Österreich gibt es gerade einmal eine Handvoll Wasserstofftankstellen. Und auch in unseren Nachbarländern sieht die Verbreitung nicht viel besser aus.

© Hyundai

800 (580) Kilometer Reichweite

Doch zurück zum Antrieb des Nexo. Sein Elektromotor entwickelt eine Leistung von 120 kW (163 PS) und bietet ein maximales Drehmoment von 395 Nm. So gerüstet, beschleunigt der Crossover in 9,2 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit wurde deutlich erhöht und erreicht 179 km/h. Viel wichtiger: Die Koreaner konnten die schon gute Reichweite des ix35 FCEV (594 km) noch einmal deutlich steigern. Im NEFZ kommt der Nexo auf stolze 750 Kilometer. Im realistischeren WLTP-Messzyklus sind es noch immer sehr gute 660 km. Der  Tankinhalt wurde von 5,8 auf 6,33 Kilogramm (156 Liter) erhöht. Das weltweit erste Dreitanksystem mit drei jeweils 52,2 Liter großen Wasserstoffbehältern verbessert das Raumangebot. Zwei dieser Tanks befinden sich platzsparend vor der Hinterachse der komplett neu entwickelten Fahrzeugplattform, der dritte direkt dahinter. Für den Kaltstart bei sehr niedrigen Temperaturen, zum Rekuperieren und zum Boosten hat der Nexo eine kleine Pufferbatterie an Bord. Laut Hyundai soll der Antriebsstrang im Temperaturbereich von -30 bis über +50 Grad Celsius problemlos funktionieren.

© Hyundai

Crossover-Look

Das Brennstoffzellenauto ist konzeptionell erneut im Segment der SUV positioniert, ist aber ordentlich gewachsen (siehe Tabelle unten) und verfügt über eine neue Cockpitarchitektur. Optisch blickt der 4,67 m lange, 1,86 m breite und 1,63 m hohe Nexo freundlich in die Welt. Auffälligste Merkmale sind die extrem schmalen Scheinwerfer, die durch eine Chromspange verbunden sind, sowie die geschwungene Fensterlinie. Ausgestellte Radhäuser, Beplankungen, Dachreling und erhöhte Bodenfreiheit sind wiederum typische SUV-Merkmale. Das Heck wirkt vergleichsweise langweilig. Die etwas rundgelutschte Form mit den unscheinbaren Rückleuchten ist stark auf den asiatischen und amerikanischen Geschmack zugeschnitten. Hinter der großen Heckklappe wartet ein 461 bis 1.466 Liter großer Kofferraum. Während Toyota und Honda auf eine Limousinenform setzen, vertrauen Mercedes ( GLC F-Cell ) und Audi (neues  Oberklasse-SUV ) bei ihren Wasserstoffautos ebenfalls auf den SUV- bzw. Crossover-Look.

© Hyundai

Cockpit und Bedienung

Im Cockpit geht es zwar modern, aber keineswegs außergewöhnlich zu, was durchaus als Kompliment zu sehen ist. Hier findet sich jeder Autofahrer schnell zurecht. Highlights sind das volldigitale Kombiinstrument, der große Touchscreen sowie die breite, nach vorne hin stark ansteigende Mittelkonsole. Das Armaturenbrett beherbergt ein 12,3 Zoll großes Navigations-Display und ein weiteres 7-Zoll-Display. Im linken Digital-Display werden Geschwindigkeit, Tankfüllstand und Fahreffizienz angezeigt, der rechte Bildschirm verfügt über eine neue Split-Screen-Funktion und zeigt Navigations-, Konnektivitäts- und Infotainment-Elemente an. In der Mittelkonsole befinden sich auch jene Tasten, die den Gangwahlhebel ersetzen. Die Automatik wird also per Knopfdruck gesteuert. Radio und Klimaautomatik werden zum Glück über ausgelagerte, mechanische Tasten gesteuert und verstecken sich nicht in Untermenüs des Touchscreens. Viele Funktionen lassen sich auch am Lenkrad und mit Sprachsteuerung nutzen. Dazu gehören zusätzlich zu Radio, Telefon und Navigation beispielsweise das Schiebedach, die Klimaanlage und die Türschlösser. Der lange Radstand von 2,79 Meter soll einen großzügigen Innenraum ermöglichen. 

© Hyundai

Assistenzsysteme

Zudem verspricht Hyundai neueste Assistenzsysteme, die unter dem Begriff Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) zusammengefasst sind. Dazu gehören der Toter-Winkel-Assistent (BVM) inklusive Weitwinkelkamera, der Spurhalte-Assistent (LFA), der Autobahnassistent (ermöglicht teilautonomes Fahren) und der automatische Einparkassistent (RSPA). Letzterer wird bei Bedarf über einen Knopf am Schlüssel bedient und kann so selbständig ein- und ausparken, auch ohne dass der Fahrer an Bord sitzt. Besonders stolz ist Hyundai auf den Lane Following Assist (LFA), dessen Technologie erstmals im Nexo eingesetzt wird. Er hält das Wasserstoff-Fahrzeug auf Landstraßen und Autobahnen bis zu einer Geschwindigkeit von 145 km/h automatisch in der Mitte der Fahrspur. In Kombination mit dem Autobahnassistenten Highway Driving Assist (HDA) ist somit teilautonomes Fahren möglich. Das System wertet Sensordaten des Fahrzeugs sowie Kartendaten des Navigationssystems aus und passt so automatisch das Tempo des Nexo an die jeweilige Umgebung und Situation an.

>>>Nachlesen:  Das kostet Hyundais Elektro-Kona

>>>Nachlesen:  Das ist Hyundais neues Wasserstoffauto

Noch mehr Infos über Hyundai finden Sie in unserem Marken-Channel.

>>>Nachlesen: Hondas Brennstoffzellenauto Clarity FC im Test

>>>Nachlesen:  Toyota glaubt fest an die Brennstoffzelle

Posten Sie Ihre Meinung

Diese Website verwendet Cookies

Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer   Datenschutzerklärung .