Praktische Innovationen

CeBIT zeigt viele Highlights für Autofahrer

Künftig soll es weniger Staus und keine nervige Parkplatzsuche mehr geben.

Auf der Suche nach digitalen Trends setzt die Technologiemesse CeBIT (20. bis 24. März 2017) in Hannover auf Daten und ihre Nutzung. Wofür das gut sein soll? An vielen Stellen wird das schon deutlich - auch im Automobilbereich. Was da künftig alles auf die Autofahrer zukommen soll, zeigen einige Firmen schon heute.

Daten gelten als Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Kaum ein Unternehmen, das nicht mit ihrer smarten Nutzung plant. "Das Auto wird im Jahr 2020 bis zu 4.000 (!) Gigabyte an Daten pro Tag produzieren", sagt Intel-Sprecherin Monika Lischke. Intel hat mit einer über 14 Milliarden schweren Übernahme gerade einen großen Schritt hin zum autonomen Fahren gemacht.

Quantencomputer soll Staus verhindern

Wer kennt das nicht? Das Navi führt den genervten Autofahrer aus dem Stau - der dann gleich im nächsten Stau landet, weil zu viele den gleichen Tipps folgen. Volkswagen will künftig den Verkehrsfluss verbessern. Am Beispiel Peking, einer Stadt, die normalerweise permanent Stau-Probleme kennt, wird gezeigt, wie per Quantencomputer-Technologie Staus aufgelöst werden. Das geschieht, indem alle Autos in einem bestimmten Areal eine ganz eigene, optimierte Route erhalten. Das erfordert Berechnungen fast in Echtzeit - und auch autonom fahrende Autos brauchen Verkehrsplanung. VW-Digitalchef Martin Hofmann spricht stolz von einer "Weltpremiere".

© Reuters IBM rollt einen autonom fahrenden Bus ins Zentrum.

Vollautomatisierte Öffis

Weiteres Beispiel für die Digitalisierung im Verkehr auf der CeBIT: IBM setzt mit seinem Computer-System "Watson" auf den intelligenten Bus. Genauer: den personalisierten Nahverkehr. Der autonome Kleinbus "Olli", der in Las Vegas, Washington und Berlin getestet wird, spricht mit Fahrgästen und berechnet optimale Routen für sie - allerdings dauert es noch, bis Antworten kommen. Navya, ein französisches Unternehmen, hat autonome Kleinbusse in der Schweiz und in Frankreich auf die Straßen gebracht - 4,80 Meter lang, Platz für bis zu 12 Menschen, ohne Lenkrad und Bremspedal unterwegs. Sensoren erkennen, ob Radfahrer oder Fußgänger auf die Fahrbahn laufen.

Parkplatzsuche leicht gemacht

Die T-Mobile Austria Mutter Deutsche Telekom will die Vernetzung aller möglichen Techniken im Internet der Dinge mit einem speziellen "Schmalband"-Netz ankurbeln. Der Service solle im zweiten Quartal starten, kündigte der Chef der Geschäftskunden-Sparte T-Systems, Reinhard Clemens, auf der Cebit an. Die Sensoren müssten nicht mehr verkabelt werden, weil das Funk-Format extrem stromsparend sei. Und das Signal reiche bis zu fünf Etagen tief in ein Parkhaus hinein, betonte Clemens.Der Bonner Konzern macht sich diese Merkmale zunutze, um etwa Parkplätze in Hamburg zu vernetzen und von unterwegs aus buchbar zu machen. Die Akkus der Sensoren im Boden der Parkplätze hielten 15 Jahre, sagte Clemens. Als weitere Städte sollen etwa Dortmund, Moers und Saarbrücken folgen. Im Laufe des Jahres will die Telekom das "Schmalband"-Netz (Narrowband) deutschlandweit anbieten. Die Sendeanlagen können in heutige LTE-Systeme und auch in künftigen 5G-Datenfunk integriert werden. Damit sind sie auch in anderen Ländern (wie Österreich) ziemlich einfach umsetzbar.

© Reuters T-Mobile stellt ein vernetztes Parkplatz-System vor.

BMW will ebenfalls das Parken revolutionieren – und zwar ab sofort. Hier geht alles ganz von selbst: Das Parknow-System in allen neuen Modellen des deutschen Premiumanbieters macht das Bezahlen von Parkgebühren - auch in Österreich - so einfach wie nie. Parknow informiert den Fahrer, sobald er in einer Kurzparkzone oder im Parkhaus ist, der digitale Parkschein kann dann mit nur einem Klick gelöst werden. Der Parkvorgang wird auch automatisch beendet, wenn das Auto wegfährt. Damit gibt es eine minutengenaue Abrechnung. Zudem werden dem Fahrer über das System freie Parkplätze in der Nähe angezeigt.

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