Magna liefert Teile

Nio bringt Elektro-SUV zum Kampfpreis

Der siebensitzige Crossover "ES8" soll ein Verkaufsschlager werden.

Da Chinas ambitionierter Umweltplan – inklusive einer Elektroauto-Quote - Gestalt annimmt, entwickeln zahlreiche Startup-Unternehmen des Landes rein elektrisch betriebene Fahrzeuge. Für diesen Prozess werden natürlich kompetente Zulieferer mit Erfahrung benötigt. Ein aktuelles Beispiel ist das chinesische Startup Nio und sein neues Elektro-SUV ES8. Wie nun bekannt wurde, wird Magna dafür wichtige Bauteile und Systeme liefern. Zur Erinnerung: Bei Nio handelt es sich um jene Marke, die mit ihrem Elektro-Superportwagen EP9 einen neuen Rekord auf der Nordschleife ("Grüne Hölle) aufgestellt hat.

© Nio Von hinten erinnert der ES8 etwas an den Peugeot 5008.

Das liefert Magna

Der stimmig designte, siebensitzige ES8 verfügt über eine Leichtbaukarosserie und einem Chassis aus Vollaluminium. Je ein Elektroantrieb an der Vorder- und Hinterachse treiben das SUV an. Magna liefert dazu den vorderen Fahrschemel und den Hinterachsträger aus Aluminium, die Getriebe für beide Elektroantriebssysteme sowie die Schließsysteme für die Seitentüren und die Motorhaube.

© Nio Dank 3,01 Meter Radstand gibt es viel Platz für bis zu 7 Passagiere.

Performance und Reichweite

Dank 480 kW (652 PS) und einem Drehmoment von 840 Newtonmetern soll der ES8 in 4,4 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Bei vollen Akkus soll eine realistische Reichweite von 355 km möglich sein. Clou: Die Akkus können vom Faher nicht nur auf herkömmliche Weise aufgeladen werden, sondern lassen sich an einer Wechselstation innerhalb von drei Minuten auch austauschen. Nio baut derzeit ein Netz an solchen Stationen auf, von denen jede täglich 70 Autos mit vollen Akkus versorgen kann.

© Nio Im Cockpit geht es hoch modern zu; digitaler Helfer "Nomi" sitzt am Armaturenbrett.

Modernste Technik

Auch ansonsten ist der ES8 voll auf Höhe der Zeit. So hat das Elektro-SUV 23 Sensoren für autonome Fahrfunktionen wie einen teilautonomen Stauassistenten mit an Bord. Das klassische Kombiinstrument wird durch einen hochauflösenden Monitor ersetzt. In der Mittelkonsole sitzt ein großer Touchscreen über den Infotainment, Navigation und Fahrzeugeinstellungen gesteuert werden. Darüber hinaus ist mit „Nomi“ ein eigener digitaler Assistent integriert, der auf künstlicher Intelligenz basiert, und den Insassen mit Rat und Tat zur Seite steht. Dieser hat sogar (virtuelle) Augen und blickt in Kugelform vom Armaturenträger direkt in den Innenraum.

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Verfügbarkeit und Preis

In China kann der ES8 bereits vorbestellt werden – und zwar über eine Smartphone-App. Die Auslieferung soll bereits Mitte 2018 starten. In drei Jahren könnte der ES8 auch nach Europa kommen. In China werden für das potente Elektro-SUV 448.000 Yuan (rund 57.800 Euro) fällig. Dafür bekommt man bei uns gerade einmal einen vernünftig ausgestatteten BMW X3 oder Audi Q5 mit Vierzylinder-Motor. Mit über fünf Metern spielt der ES8 aber in einer Liga mit Audi Q7 oder Mercedes GLS. Man kanne also durchaus von einem Kampfpreis sprechen. Auch mit Blick auf das ähnlich große und starke Model X von Tesla, für dessen 525 PS-Variante hierzulande mindestens 130.000 Euro entrichtet werden müssen.

„Passt ideal zu Magna“

Magna will bei der Verbreitung von Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken in China und weltweit vorne mitspielen. Der Zulieferer ist bereits jetzt in der Lage, Hybrid- und Elektroantriebe, Karosserie und Strukturfertigung sowie Leichtbaulösungen mit einer Reihe von Metall- und Kunststoff / Verbundwerkstoffen zu kombinieren. „Die Unterstützung eines neuen Autoherstellers bei der Entwicklung und Einführung eines Fahrzeugs wie des Elektro-SUVs Nio ES8 passt ideal zu Magna“, so Swamy Kotagiri, Chief Technology Officer von Magna.

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