Koreanischer GTI-Schreck

Startschuss für den Hyundai i30 N

Kompakter Hot-Hatch bietet ein tolles Preis/Leistungsverhältnis.

Wenige Wochen nach seiner Publikumspremiere auf der IAA 2017 kommt Hyundais GTI-Schreck in den heimischen Handel. Bestellbar ist der 250 bzw. 275 PS starke i30 N ab sofort. Die ersten Fahrzeuge kommen Ende Oktober/Anfang November nach Österreich. Für das Standardmodell verlangt Hyundai mindestens 34.990 Euro, die Performance-Version ist ab 38.900 Euro zu haben. Damit ist der i30N zwar kein absolutes Schnäppchen – mittlerweile hat Hyundai auch preislich zur Konkurrenz aufgeschlossen – aufgrund der umfangreichen Serienausstattung und der 5-Jahres-Garantie aber nach wie vor sehr günstig. Zum Vergleich: Der 245 PS starke Golf GTI Performance kostet mit manuellem Sechsganggetriebe mindestens 38.440 Euro; für das 230 PS starke Basismodell verlangt VW 36.940 Euro. Auch die weiteren Konkurrenten wie Peugeot 308 GTi, Honda Civic Type R, Seat Leon Cupra, Renault Mégane R.S. oder Ford Focus ST sind in ähnlichen Regionen angesiedelt.

© Hyundai

Zwei Leistungsstufen

Hyundais erstes Hochleistungsmodell – künftig wird es auch von anderen Baureihen N-Versionen geben – basiert auf der dritten Generation des i30, die Anfang des Jahres in den Handel kam und mittlerweile um eine Kombiversion erweitert wurde. Anfang 2018 folgt dann noch der i30 Fastback . Im Gegensatz zu den zivilen Brüdern ist der i30 N aber voll auf Fahrspaß getrimmt. So bringt es der 2,0-Liter-Turbobenziner auf 250 PS (Golf GTI Performance: 245 PS). Mit dem optionalen Performance-Paket sind es sogar 275 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 353 Newtonmeter. So gerüstet, beschleunigt das Triebwerk den kompakten Hyundai auf bis zu 250 km/h. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 ist dank Launch Control innerhalb von 6,4, in der Performance-Variante nach 6,1 Sekunden erledigt. Der 2.0 T-GDI-Motor ist gekoppelt mit einem eigens entwickelten Sechsganggetriebe mit kurzen Schaltwegen. Ein Doppelkupplungsgetriebe oder eine Automatik gibt es nicht. Für Verfechter des puren Fahrspaßes ist aber ohnehin eine manuelle Box das absolute Muss. Dennoch hat sich Hyundai etwas Besonderes einfallen lassen. Das Getriebe verfügt nämlich über die Gangwechselerkennung „Rev Matching“, die über einen Druckknopf im Lenkrad zuschaltbar ist und beim Schalten automatisch das Drehzahlniveau des Motors erhöht. Das soll für schnellere Schaltwechsel ohne Leistungsverlust sorgen. Die mechanische Handbremse dürfte bei Fahrspaßverfechtern ebenfalls bestens ankommen.

Aufwendiges Fahrwerk

Das gegenüber den herkömmlichen i30-Modellen in allen Bereichen modifizierte Fahrwerk mit neu entwickeltem Frontantrieb, direkter übersetzter, elektrisch unterstützter Servolenkung und 18 oder 19 Zoll messenden Sportreifen wurde bei rund 10.000 Kilometer langen Abstimmungsfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife entwickelt und abgestimmt. Erstmals bei einem Hyundai Modell hierzulande kommt ein elektronisch geregeltes Fahrwerk zum Einsatz. Fünf Programme stehen dem Fahrer zur Verfügung: Eco, Normal, Sport und N sowie eine frei programmierbare Einstellung. Über zwei Knöpfe im Lenkrad werden neben der Charakteristik der Stoßdämpfer auch diverse Parameter des Motors, die elektronische Stabilitätskontrolle, die Wirkung des Sperrdifferentials sowie Sound, Lenkung und Rev Matching beeinflusst. Laut den Entwicklern giert der i30 N geradezu nach Kurven. Baldige Tests werden zeigen, ob das auch der Wahrheit entspricht. Diverse Videos von Prototypen und der Launch-Trailer sind aber ziemlich vielversprechend. Das elektronisch geregelte Sperrdifferenzial soll dafür sorgen, dass auch das Herausbeschleunigen aus Kurven trotz Frontantrieb bestens funktioniert.

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Zurückhaltende Optik

Optisch unterscheidet sich der i30 N ebenfalls von seinen schwächeren Brüdern. Zu den augenscheinlichsten Erkennungsmerkmalen zählen die tiefergelegte Karosserie mit breiterer Spur, spezielle vordere und hintere Stoßfänger, der durch N Logo sowie Einlagen in Rot ergänzte Kaskaden-Grill, Scheinwerfer mit schwarzer Blende, seitliche Lufteinlässe an der Front inklusive horizontalem LED-Tagfahrlicht, rote Bremssättel, schwarze Seitenschutzleisten und Außenspiegel, dritte Bremsleuchte im Heckspoiler in Dreiecksform sowie die mächtigen Doppelendrohre des Auspuffs. Alles in allem hat Hyundai einen guten Kompromiss geschafft. Der i30 N steht sportlich auf seinen großen Rädern, kommt dabei aber nicht prollig rüber.  

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Innenraum

Innen geht es sportlich weiter. So wird das weitgehend in Schwarz gehaltene Cockpit mit Applikationen aus dunklem Metall aufgewertet. Fahrer und Beifahrer nehmen im i30 N auf neu entwickelten Sportsitzen mit N-Logo Platz. Auch das Sportlenkrad mit blauen Nähten trägt das neue Zeichen für die Hochleistungsmodelle von Hyundai. Über diverse Tasten kann der Fahrer die Fahrprogramme wählen. Für den N Modus, die individuelle Auswahl und die Aktivierung des Rev Matching gibt es separate Knöpfe. Welche Parameter der Fahrer wählt, wird auf dem fünf oder in Verbindung mit Navigationssystem acht Zoll großen Monitor in der Mitte auf dem Armaturenbrett angezeigt. Ein weiteres Highlight sind die elektronischen Instrumente. Ganz oben gibt eine Schaltanzeige Auskunft über den optimalen Zeitpunkt, unter sportlichen Aspekten den Gang zu wechseln. Der rote Bereich des Drehzahlmessers variiert je nach Fahrdynamik und Öltemperatur. Zusätzliche Informationen liefert der Monitor: Eine G-Force-Anzeige etwa gibt Auskunft über die Beschleunigungskräfte, die auf die Insassen wirken.

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Sicherheit

Positiv: Trotz aller Sportlichkeit lässt Hyundai auch bei der aktiven Sicherheit nichts anbrennen. Sowohl ein autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, ein aktiver Spurhalteassistent als auch eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung sind ab Werk an Bord. Hinzu kommen ein Müdigkeitserkennung, ein Toter-Winkel-Assistent, ein Fernlichtassistent, Verkehrszeichenerkennung und Querverkehrswarner hinten.

Technische Daten

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