Viertüriges Coupé

Kia Stinger greift Audi A5 Sportback an

Nun setzen die Koreaner endgültig auch auf die emotionale Schiene.

Wie sich Kia in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, ist schon mehr als beeindruckend. Die aktuellen Modelle punkten nicht nur mit einem soliden Design, modernen Motoren und einer Technik auf dem aktuellen Stand, sondern auch mit ihrer beispiellosen 7-Jahres-Garantie. Nur für Kunden, die beim Autokauf vor allem auf Emotionen setzen, war bisher nicht allzu viel dabei. Doch auch damit ist nun Schluss. Denn die Koreaner stellen auf der Detroit Motor Show 2017 ( NAIAS ) mit dem Stinger ihr erstes viertüriges Coupé vor. Damit sagen sie Modellen wie Audi A5 Sportback , BMW 4er Gran Coupé oder auch Jaguar XE den Kampf an.

© Kia

Design

Optisch ist die neue Sportlimousine, bei der es sich um ein fünfsitziges Fließheckmodell handelt, jedenfalls ein klares Statement. So schick und dynamisch kam bisher noch kein Modell der Marke daher. „Mit der Premiere des Kia Stinger hier in Detroit ist für uns ein Traumauto Wirklichkeit geworden“, sagt Orth Hedrick, Vizepräsident Produktplanung von Kia Motors America. Die Serienversion nimmt starke Anleihen an der Studie Kia GT , die auf der IAA 2011 präsentiert wurde. Entworfen wurde der Stinger vom europäischen Kia-Designzentrum in Frankfurt unter Aufsicht von Chef-Designer Peter Schreyer, der unter anderem den ersten Audi TT zeichnete. Zu den optischen Highlights zählen die markante Front, kraftvolle Hüften, flache Silhouette und ein breites Heck. Zudem sind die Proportionen mit langer Motorhaube, kurzem Frontüberhang und langem Radstand auf den Heckantrieb (!) zugeschnitten. An der Front wird der typische Kia-Kühlergrill in „Tigernasen“-Form von schmalen LED-Scheinwerfern flankiert. Die breite Spur und die tiefen Sicken in den Türen bringen die Schulterlinie sowie die Fließheck-Silhouette zur Geltung. Die in die Heckschürze integrierten vier ovalen Auspuffendrohre runden den sportlichen Auftritt ab. Mit 2,91 Meter hat der Stinger nicht nur einen längeren Radstand als A5, Infiniti Q50, Lexus IS und 4er Gran Coupé, sondern auch als die deutlich größeren Modelle Lexus GS und Mercedes CLS. Mit seiner Länge (4,83 Meter) und Breite (1,87 Meter) soll der Newcomer auch das beste Platzangebot des Segmentes aufweisen.

© Kia

Innenraum

Innen setzt sich die dynamische Linienführung fort. Die stark konturierten Sitze sind mit Bezügen aus Nappaleder erhältlich, und der Fahrersitz soll durch elektrisch einstellbare Luftpolster in der Rückenlehne und den Seitenpolstern ein Maximum an Halt bieten. Das Armaturenbrett bildet eine horizontale „Arbeitsebene“ für den Fahrer. Die Zentralkonsole ist wiederum in zwei Bereiche gegliedert: Oben befinden sich ein großer Touchscreen und die Tasten des Infotainmentsystems, weiter unten die Bedienelemente der Klimaanlage. Hinter dem kompakten Lederlenkrad liegt das Kombiinstrument, das analoge und digitale Anzeigen kombiniert. Zwischen den Rundinstrumenten mit Metalleinfassung und roten Zeigern liefert ein TFT-Farbdisplay Fahrdaten wie G-Kräfte in Kurven, Rundenzeiten und Motoröltemperatur. Darüber hinaus zeigt es Informationen des Bordcomputers, Benutzereinstellungen, Navigationshinweise und Diagnosemeldungen.

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Wiederholen

Antrieb

Das viertürige Coupé hält auch unter der Haube, was es außen verspricht. Es ist das bisher leistungsstärkste Modell in der Kia-Geschichte. Die Einstiegsmotorisierung ist ein 2,0-Liter-Vierzylinder, der nach vorläufigen Messungen 255 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 353 Nm mobilisiert. Sein volles Potenzial entfaltet der Stinger aber erst mit dem 3,3-Liter-V6 Twin-Turbo, der voraussichtlich über eine Leistung von 365 PS und ein maximales Drehmoment von 510 Nm verfügen wird. Das Entwicklungsziel für den Top-Motor ist, das Auto in 5,1 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer zu beschleunigen und eine Spitzengeschwindigkeit von 269 Stundenkilometern zu ermöglichen. Die Kraftübertragung erfolgt serienmäßig über ein achtstufiges Automatikgetriebe an die Hinterräder. Darüber hinaus ist der Stinger wahlweise mit Allradantrieb erhältlich. Laut Kia ist der Allradantrieb heckbetont ausgelegt und beinhaltet ein neues dynamisches Torque-Vectoring-System, das je nach Lenkvorgabe und Straßenverhältnissen das Drehmoment gezielt an die Räder mit maximaler Bodenhaftung leitet.

Moderne Technik

Kia stattet den Stinger auch mit zahlreichen Fahrerassistenzsystemen und modernen Infotainment-Systemen aus. Zu den Highlights in Sachen Sicherheit zählen die Müdigkeitserkennung DAA (Driver Attention Alert), das System FCA (Forward Collision Assistance), das einen autonomen Bremsassistenten mit Fußgängererkennung beinhaltet, der Spurhalteassistent inklusive Lenkeingriff, sowie der der Querverkehrwarner. Zu den modernen Cockpit-Technologien des Stinger gehört das höhenverstellbare Head-Up-Farbdisplay, das zentrale Fahrinformationen auf die Frontscheibe projiziert – von der aktuellen Geschwindigkeit über Navigationshinweise und Warnmeldungen des Totwinkelwarnsystems bis zu den Einstellungen der Geschwindigkeitsregelanlage und des Radios. In der Zentralkonsole befindet sich eine induktive Ladestation für kompatible Smartphones, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist Standard. Mit dem 2,0-Liter-Motor verfügt das Auto standardmäßig über ein Audiosystem mit 7-Zoll-Touchscreen, voller Smartphone-Integration und sechs Lautsprechern. Das 3,3-Liter-Modell beinhaltet ab Werk neun Lautsprecher und einen externen Verstärker. Darüber hinaus ist ein Harman/Kardon Soundsystem erhältlich.

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Verfügbarkeit

Interessenten müssen sich leider noch etwas gedulden. Denn laut Kia kommt der Stinger erst Ende 2017 in Europa und den USA in den Handel. Preise wurden noch nicht verraten.

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