Das ist der Yeti-Nachfolger

Skoda greift mit dem neuen Karoq an

Neuauflage wurde so stark verändert, dass sich sogar der Name ändert.

Wie versprochen, hat Skoda nun auch noch die letzten Geheimnisse des Yeti-Nachfolgers Karoq gelüftet. Der kleine Bruder des Kodiaq (4,70 m) teilt sich die Plattform mit dem erfolgreichen Seat Ateca (4,36 m) und läuft auch im selben tschechischen Werk vom Band.  Während in der Seitenansicht und bei den Abmessungen die Gemeinsamkeiten mit dem Spanier deutlich erkennbar sind, setzt der Tscheche an der Front und am Heck sowie im Innenraum auf die aktuelle Skoda-Designlinie. Darüber hinaus sind wieder zahlreiche „simply clever“-Lösungen mit an Bord. Zu den weiteren Plattformbrüdern des 4,38 m langen, 1,84 m breiten und 1,60 m hohen Karoq zählen der VW Tiguan (4,49 m / Allspace 4,70 m) und der Audi Q2 (4,20 m), die ebenfalls auf dem modularen Querbaukasten (MQB) basieren. Mit guten Genen ist der neue Tscheche also schon einmal ausgestattet. Die vielen Brüder sorgen aber auch dafür, dass die Eigenständigkeit des 18 cm kürzeren Yeti, der mit seinem kantigen Design aus der Kompakt-SUV-Masse hervorstach, etwas verloren ging. Die Optik des Karoq ist aber deutlich massentauglicher und dürfte auch in wichtigen Märkten wie China hervorragend ankommen.

© Skoda Mit 4,38 Metern ist der Karoq um 32 cm kürzer als der Kodiaq.

Design und Raumangebot

An der Front ist der Karoq seinem großen Bruder wie aus dem Gesicht geschnitten. Hier fallen die Gemeinsamkeiten mit dem Kodiaq am größten aus. Der hochangesetzte Grill, die stark ausgeformte Motorhaube mit integriertem Logo und die schmalen Scheinwerfer sorgen für einen markanten Look, ohne dabei zu aggressiv zu wirken. Optional bietet Skoda Voll-LED-Hauptscheinwerfer in Klarglasoptik an. In der Silhouette schimmert eindeutig der Ateca durch. Der Dachverlauf, die Türen, die Radhäuser sowie A- und B-Säulen sind weitestgehend baugleich. Einen großen Unterschied gibt es aber doch: Während beim Spanier die Fensterlinie an der C-Säule stark nach oben gezogen ist, läuft sie beim Karoq flacher nach hinten aus. Das dürfte für eine bessere Übersicht sorgen. In den ausgestellten Radhäusern finden bis zu 19 Zoll große Räder Platz. Die schmalen, zweigeteilten LED-Rückleuchten kommen in ähnlicher Form auch beim überarbeiteten Octavia, Superb Combi und Kodiaq zum Einsatz. Aufgrund des gezackten Designs hebt sich das neue Kompakt-SUV hier aber dennoch etwas von den restlichen Skoda-Modellen ab. Ausstattungen wie die verschiebbare VarioFlex-Rückbank oder das virtuelle Pedal zum berührungslosen Öffnen der Heckklappe sind weitere Details des neuen Kompakt-SUV der Tschechen. Der Kofferraum fasst ein Volumen von 521 Litern. Bei umgeklappter Sitzbank erhöht sich das Fassungsvermögen auf 1.630 Liter (Ateca: 510  bis 1.604 Liter). Beim Skoda lassen sich die Sitze – wie beim Yeti – aber auch komplett ausbauen. Dann entsteht ein maximales Laderaumvolumen von 1.810 Litern. In Verbindung mit der optionalen VarioFlex-Rückbank ist der Stauraum variabel und fasst zwischen 479 und 588 Liter. Auch lange Gegenstände lassen sich unterbringen - möglich macht dies der klappbare Beifahrersitz.

Cockpit und Ausstattung

Beim Cockpit ist der Karoq dann wieder durch und durch ein Skoda. Die Armaturentafel ist horizontal ausgelegt und verzichtet auf unnötigen Firlefanz. Die LED Innenraumbeleuchtung in den Dekorleisten von Türen und Instrumententafel ist in zehn Farben wählbar. Auf Wunsch gibt es sogar als Premiere bei Skoda das von VW und Audi bekannte virtuelle Cockpit. Hierbei handelt es sich um ein digitales Kombiinstrument, das vom Fahrer individuell programmiert werden kann. So kann etwa die Karte des Navigationssystems groß eingeblendet werden, während die Anzeigen für Tempo und Drehzahl klein dargestellt werden. Und natürlich spielt der Karoq auch in Sachen Konnektivität alle Stückerl. Die Infotainment-Bausteine kommen aus der zweiten Generation des Modularen Infotainment-Baukastens des Konzerns. Das bis zu 9,2 Zoll große Multimedia-System inklusive Touchscreen integriert neben MirrorLink ebenso die Funktionen von Apple CarPlay sowie von Android Auto und ist somit mit fast allen Smartphones kompatibel. Die Induktions-Ladeschale ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones. Die Top-Systeme Columbus und Amundsen verfügen über einen WLAN-Hotspot. Für das System Columbus gibt es auf Wunsch ein LTE-Modul. Die mobilen Online-Dienste Skoda Connect sind in zwei Kategorien aufgeteilt: Die Infotainment-Online-Dienste dienen der Information und Navigation, die Care Connect-Dienste der Assistenz bei Pannen und Notfällen. Die Notruf-Taste Emergency Call, die in Europa ab 2018 zur Standard-Ausstattung zählen muss, wird bereits jetzt als Care-Connect-Dienst angeboten.

Antriebe

Dank dem MQB profitiert der Karoq auch von den aktuellsten Multimedia-, Komfort- und Sicherheitstechnologien. Darüber hinaus ist das Fahrwerk deutlich moderner, als das beim rund 4,20 Meter langen Yeti der Fall ist. Die Motorenpalette besteht aus fünf Varianten (1,0, 1,5, 1,6 und 2,0 Liter) und reicht von 115 PS bis 190 PS. Alle Aggregate sind turboaufgeladene Direkteinspritzer und verfügen über Start-Stopp-Technik und Bremsenergierückgewinnung. Das Angebot an Dieselmotoren beginnt mit dem 1.6 TDI und 115 PS. Der 2.0 TDI ist in den Leistungsstufen 150 und 190 PS verfügbar. Basis bei den Benzinmotoren ist der 1.0 TSI Dreizylinder mit 115 PS. Der neue 1,5 TSI, der soeben im aufgefrischten Golf gestartet ist, bietet als Besonderheit eine Zylinderabschaltung. TDI und TSI mit 150 PS sind mit 7-Gang-DSG oder mit Allradantrieb lieferbar, der TDI mit 190 PS ist standardmäßig mit DSG und 4x4 ausgestattet. Auf Wunsch stehen ab der Ausstattungslinie Ambition eine Fahrprofilauswahl mit den Modi Normal, Sport, Eco, Individual und Snow (nur bei 4x4) zur Verfügung. Der Offroad-Mode beim Allradler soll die Fahreigenschaften abseits befestigter Straßen zusätzlich verbessern.

© Skoda Optional bietet Skoda Voll-LED-Hauptscheinwerfer in Klarglasoptik an.

Assistenzsysteme

Dem Zeitgeist entsprechend fällt beim Karoq auch das Angebot an Fahrerassistenzsystemen umfangreich aus: Der Stauassistent soll die Fortbewegung im dichten Stop-and-Go-Verkehr deutlich angenehmer machen. Im absoluten "Stautempo" lenkt, beschleunigt und bremst das SUV dabei innerhalb der Systemgrenzen automatisch. Bei höherem Tempo bis etwa 60 km/h unterstützt das System durch Geschwindigkeits- und Spurregelung. Neu ist die Funktion Notfallassistent: Bleibt der Fahrer über eine bestimmte Zeit hinaus inaktiv, wird er optisch, akustisch und schließlich über einen Bremsruck gewarnt. Zeigt er dann immer noch keine Reaktion, bremst der Karoq bis zum Stillstand, bleibt dabei in der Spur und aktiviert das Warnblinklicht sowie die elektronische Parkbremse. Zu den weiteren Systemen gehören ACC mit Front Assist, Verkehrszeichenerkennung, Toter Winkel Assistent, Ausparkassistent oder das Top View-Kamera System.

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Verfügbarkeit

Wer sich den neuen Karoq kaufen will, braucht noch etwas Geduld. Die Markteinführung startet laut Skoda im Herbst 2017. Die ersten Fahrzeuge dürften im November bei den heimischen Händlern eintreffen. Der Bestellstart erfolgt noch im Sommer. Preise wurden noch nicht verraten. Zur Orientierung: Beim Seat Ateca geht es ab 19.990 Euro (inklusive 5-Jahres-Garantie) los.

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Fotos vom großen Bruder Kodiaq:

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Skoda Kodiaq

Der 4,70 Meter lange Kodiaq setzt auf das aktuelle Skoda-Design. Der breite, dreidimensional gestaltete Kühlergrill wirkt durchaus markant.

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Skoda Kodiaq

Im Zusammenspiel mit den flachen, keilförmigen Scheinwerfern, die erstmals mit voller LED-Technologie verfügbar sind, entsteht eine dynamische Frontgestaltung.

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Skoda Kodiaq

Dank dem langen Radstand ist es den Designern gelungen, ausgewogene Proportionen hinzubekommen.

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Skoda Kodiaq

Auch das Heck ist ausdrucksstark gestaltet. Hier erinnert die markante Sicke unter der Scheibe sogar etwas an den BMW X5. Die Heckleuchten erstrahlen mit serienmäßiger LED-Technik in der Marken-typischen C-Grafik.

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Skoda Kodiaq

Kurze Überhänge und die Bodenfreiheit von gut 20 cm machen den Kodiaq auch halbwegs geländetauglich.

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Skoda Kodiaq

Hinter der hoch aufschwingenden, breiten Heckklappe verbirgt sich eine echte Stauhöhle.

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Skoda Kodiaq

Mit 720 bis 2.065 Liter Volumen (bei umgeklappter Rücksitzbank) bietet der Tscheche als Fünfsitzer den größten Kofferraum seiner Klasse.

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Skoda Kodiaq

Bei der Cockpit-Gestaltung orientiert sich Skoda am Superb. Das Layout entspricht weitestgehend jenem des VW Tiguan. Das Infotainmentsystem Swing mit 6,5 Zoll-Bildschirm ist Serie. Hier ist das große Navi zu sehen, das Aufpreis kostet.

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Skoda Kodiaq

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Neben dem Touchscreen sind beidseitig haptische Tasten installiert, die schnell zum gewünschten Menü führen. Darunter gibt es noch zwei Drehregler.

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Skoda Kodiaq

Die sogenannte Phonebox mit induktivem Laden koppelt das Smartphone an die Dachantenne und lädt es zugleich kabellos (falls das Gerät mit dem Standard kompatibel ist).

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Skoda Kodiaq

Die Innenraumlänge des großen SUV beträgt 1.793 mm, die Ellbogenfreiheit vorn 1.527 mm und hinten 1.510 mm. Der Kopfraum misst vorne 1.020 mm und hinten 1.014 mm. Die Kniefreiheit im Fond beträgt bis zu 104 mm.

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Skoda Kodiaq

Auf der optionalen dritten Sitzreihe dürfte es auch durchaus auszuhalten sein. Für Kinder gilt das sowieso, doch kurze Strecken dürften selbst Erwachsene problemlos überstehen.

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Skoda Kodiaq

Zum Verkaufsstart Anfang 2017 stehen fünf aus dem Konzernregal bekannte Motoren, zwei TDI (150PS/340Nm und 190 PS/400 Nm) und drei TSI (125PS/200Nm, 150PS/250Nm und 180PS/320Nm), zur Wahl.


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